Auf Wiederlesen!

© Themenbild: Davidia involucrata

© Themenbild: Da es den Taschentuchbaum (Davidia involucrata) ja nun mal gibt, kann ich hier auch einmal mit seinen Taschentüchern winken.

 

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

mit einer Anleihe bei den alten Philosophen resümiere ich: Alles fließt. Im heutigen Sprachgebrauch umreißt man damit ja, dass alles immer in Bewegung ist, Energie, Familie, Beruf und – wie wir Gartenfreunde wissen – der Garten. Auch der Spruch „etwas geht den Bach runter“ ist letztlich ein Teil dieses Fließens – der unangenehme Teil halt. Das Leben ganz allgemein fließt, und wir sollten dankbar sein, sonst würden wir uns hier auf Erden zu Tode langweilen.

Ich für meinen Teil bin an so einem Punkt angekommen, wo Veränderungen anstehen, von denen auch Sie etwas merken werden. Mein Satz von Mitte Oktober: Schluss! Aus! Ende! Vorbei! Die Saison im Wintergarten ist Vergangenheit.“ war tatsächlich weit endgültiger gemeint als dort dargestellt. Denn ich verabschiede mich von meinem Garten, von dem Haus, von dem Wintergarten – und von Ihnen. Aufmerksame Leserinnen und Leser haben es vielleicht geahnt, zu viel habe ich im Garten schleifen lassen in den letzten Wochen.

© Themenbild: Wilder Wein

© Themenbild: Ein wilder Wein im Herbst treibt’s bunt, verliert die Blätter und kommt bald wieder. Vergessen Sie mich nicht, auch ich werde wiederkommen.

Tatsächlich wollte ich schon lange mehr Sonne, mehr bearbeitbaren Boden für Gemüse im Freiland, Stauden und Erdbeeren, und tatsächlich hat mein Vermieter Eigenbedarf angemeldet. Verständlich, immerhin zieht es ihn aus dem Ruhrpott zurück ins schöne Norddeutschland.

Aber mehr ist im Gange, und das Wohnen hier nicht das einzige Projekt, das ich in den nächsten Wochen abzuschließen gedenke. Für den Verlag W. Wächter habe ich ein Buch für Neukleingärtner und solche, die es werden wollen geschrieben, was durchaus viel Arbeit war – die mich zeitweise auch vom Gärtnern abhielt. Es hat aber auch viel Spaß gemacht. Nun ist das Manuskript fertig, und im kommenden Jahr wird es über den Verlag W. Wächter zu bekommen sein.

Ich werde dann wohl schon – so der Plan – im Kompetenzzentrum des Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen, Europas größtem, mit Stroh gedämmten Holzrahmen-Bürohaus, Beratungsleistungen für nachhaltiges Gärtnern anbieten.

Die Lebensbaum- und Kirschlorbeerhecken-Besitzer werden dann nur meine Kunden, wenn sie mit dem Wunsch kommen, sich von pflegeleichtem Uni-Grün zu verabschieden und fachkundige Begleitung suchen auf den Weg zu Vielfalt und Blütenreichtum. Denn so klein die Gärten heutzutage auch sind: Da geht noch was. Ich freue mich auf diese tolle Arbeit – deren Ergebnisse dann hoffentlich auch wieder journalistisch oder in Buchform zu finden sein werden.

Mit etwas Glück finde ich ja meinen „Altersunruhesitz“, wo ich – gemeinsam mit Freunden, Katzen und Hunden, Hühnern und Laufenten, Alpakas und Minischweinen – leben und einen Schaugarten für Nachhaltiges Gärtnern anlegen kann.

© Themenbild: Laufenten

© Themenbild: Laufenten sollen in meinem nächsten Zuhause auch einen Platz bekommen.

In dem seit Jahren gepflegten und gehegten Mietgarten muss ich jetzt mit Sinn und Verstand alle Pflanzen markieren, damit ich sie auch notfalls im Winter finde, wenn ich sie mitnehmen will. A) darf ich das, so war die Absprache bei Einzug, und b) versteht mein Vermieter von Garten so wenig, dass er die üppige Blütenvielfalt meines Vorgartens – wenn auch vielleicht sehen und schätzen würde, so doch – keineswegs hegen und pflegen wird. Denn Fakt ist: Pflegeleicht ist anders. Vielleicht wird aus meinem Vermieter ja mein erster Kunde.

Die Kastanien kommen ein letztes Mal zu meiner jagenden Mutter, Berge Laub – auch das der Straßenbäume – ein letztes Mal zur Deponie. Wenn es zeitlich klappt, erneuere ich sogar noch das Wasser im Teich. Und weil ich in einem Anfall von Kaufrausch so viele Tulpen- und Narzissen-Zwiebeln gekauft habe, pflanze ich die jetzt in die frei gewordenen Gemüsekübel in der Hoffnung, dass die Zwiebeln ausreichend Futter mitbringen, um in diesen kargen Verhältnissen schöne Blüten treiben zu können – wo auch immer die Kübel dann stehen werden. Beim Lockern der Erde des Salatkübels habe ich übrigens eine Riesenhornisse hochgebuddelt. Völlig desorientiert ließ sie sich von mir auf den Haufen Gartenabfälle umsetzen. Dort brummte sie ein paar Minuten herum, bevor sie sich erhob und torkelnd davonflog.

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde, ich hoffe, ich konnte meine Begeisterung fürs Gärtnern, die Natur und die Tierwelt im Garten ein Stück weit an Sie weiterreichen und vielleicht schon mit Ihnen teilen. Es war schön, immer wieder die liebevollen Kleinigkeiten zu beschreiben, die das Leben im Garten so bunt, interessant und vielfältig machen. Ich hoffe, Sie immer gut unterhalten und dabei unseren gemeinsamen Horizont erweitert zu haben mit dem Ziel, den wohlwollenden Blick auf alles Leben in Garten, Feld und Flur zu schärfen. Bleiben Sie dem Garten gewogen, es gibt kaum eine sinnbringendere, gesündere Freizeitbeschäftigung als das Hobby-Gärtnern.

Ihre Gitta Stahl

Nackte Wahrheiten und fliegende Eichhörnchen

© Themenbild: Geringfügiger, nicht lebensbedrohlicher Miniermottenbefall an Kastanie

© Themenbild: Am Ende der Vegetatiosperiode sieht meine Kastanie noch aus wie ein Baum im Herbst. Immerhin. Nun kommen wieder die Wochen intensiven Laubentsorgens.

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

als Fachjournalistin Gartenbau stehen mir viele interessante Medien und Portale als Information zur Verfügung, deren Inhalte Sie meist – wenn überhaupt – nur in Kurzform in „normalen“ Gartenzeitungen zu lesen bekommen. Eine dieser Fachzeitschriften ist die Baumzeitung, deren Themen sich – wie der Name schon ahnen lässt – vorwiegend um Bäume drehen. Wie geht es den Stadtbäumen, wie den Alleen, welche neuen Krankheiten setzen ihnen zu, welche Neuzüchtungen scheinen vielversprechend vor dem Hintergrund von Klimawandel und neuen Schadorganismen?

Trauriger Weise gehört die Rosskastanie zu den aktuellen Sorgenkindern der Baumkundler. Und das nicht wegen der Kastanienminiermotte, die hier im Blog schon oft Thema war. Vielmehr ist es nach recht einhelligen Darstellungen verschiedener Fachleute das Pseudomonas syringae-Bakterium, das aus Indien eingeschleppt wurde oder von dort eingewandert ist, was den Bäumen den Rest gibt. Überwiegend sind es wohl tatsächlich komplexe Gründe, warum es den Kastanien so schlecht geht.

Ähnlich wie bei uns Menschen scheinen die Bakterien nämlich nur dort Fuß fassen und Schaden anrichten zu können, wo das Immunsystem eh schon geschwächt ist. Und da ist es bei den Bäumen eben genauso wie bei uns Menschen: Unterernährung und Wassermangel – da sind sich die Forscher einig – sind die wichtigen Stressfaktoren, die vielen Krankheiten guten Nährboden geben. Und deshalb erzähle ich das hier. Immerhin sah ich schon vor vielen Wochen auf dem Platz vor der Stadthalle meiner Kleinstadt die Kastanien fast alle „nackig“ stehen. Wie im tiefsten Winter. Kein Blatt mehr dran. Beste Voraussetzungen für weitere Infektionen.

Das Bild oben zeigt meine Kastanie, genau am heutigen Tag. Ja, man sieht einen Schaden, und ja, er stammt von der Miniermotte. Doch es ist kurz vor den normalen Laubfall, der Baum konnte sich das ganze Jahr über ernähren über seine Blätter, lebenswichtige Stoffe einlagern und an Größe zulegen. Mitten im Gartenland stehend hat er sich wahrscheinlich auch ausreichend mit Wasser versorgen können. Hier dürfte das Immunsystem noch funktionieren. Das ist gleich doppelt beruhigend, denn die neue Krankheit breitet sich laut Gernot Fischer (Baumzeitung) besonders im Norden und Nordwesten Deutschlands aus, insofern genau da, wo ich lebe.

Eigentlich könnte ich dieses Jahr alles einfach so laufen lassen. Ein Grund ist, dass der Teich sowieso einen Wasseraustausch braucht und ich das Laub ruhig mal dort versaufen lassen könnte. Doch die Kastanie – so störend wie sie manchmal ist, wenn sie mir die Sonne klaut – ist mir ans Herz gewachsen. Solange sie dort steht und ich für ihr Wohlergehen zuständig bin, soll es ihr möglichst gut gehen. Und das bedeutet: Ich werde ein weiteres Mal alles Laub mit den Überwinterungsstadien des Schädlings zusammenfegen und über die Deponie entsorgen. Nur so halte ich die Miniermotte in Schach.

© Themenbild:  Herbst

© Themenbild: Das Laub ist fast ab, und jetzt kommen die noch am Baum hängenden Walnüsse zum Vorschein. Leider sieht man auch, dass viele in schwarzen und damit ebenfalls nicht ganz gesunden Hüllen “feststecken”.

 

Von der mageren Walnussernte berichtete ich ebenfalls schon, und darüber, dass ich fair teilen wolle mit dem Eichhörnchen. Das ist nun tatsächlich fast täglich im Garten unterwegs. Just heute sah ich es die Hainbuche hochflitzen und ganz nach außen auf einen Astwipfel Richtung Walnuss. Während ich noch so vor mich hin brabbele „Nee, das lass, das schaffst Du nicht“, nimmt das rote Fellknäuel alle Energie zusammen und springt, erreicht die Walnuss aber wirklich nur „am seidenen Faden“. Der aber reichte. Geschafft. Erst da habe ich genauer hingesehen. Das Hörnchen wartet gar nicht, dass ich da unten brav halbe-halbe mache, sondern es bedient sich an den noch hängenden Nüssen, die ich im Prinzip jetzt erst sehen kann, nachdem das Laub schon fast alles gefallen ist.

© Themenbild: Hydrangea paniculata

© Themenbild: Ein weiterer – versprochen letzter – Blick auf die geliebte Rispenhortensie. Immer noch schön.

 

In der kommenden Woche werde ich einen Teil der Kübelpflanzen in den Wintergarten räumen. Das bislang so warme Herbstwetter soll zu Ende gehen. Für mich war dieser lange milde Herbst ein Segen, da ich einfach mit der Arbeit im Garten nicht hinterher gekommen bin. Warum werde ich Ihnen nächste Woche erzählen. Denn jetzt ist es einfach zu schön, um weiter am Rechner zu sitzen. Auch Ihnen wünsche ich einen wunderschönen Herbsttag, den Sie hoffentlich nicht im Stau (Bahnstreik) auf der Autobahn erleben müssen, sondern im Garten genießen können.

Ihre Gitta Stahl

Ende der Gemüsesaison, viele Kastanien und doch ein paar Walnüsse

© Themenbild: Gemüsekorb

© Themenbild: Für eine große Gemüsepfanne reicht es noch: Die restlichen Auberginen, Gurken und Tomaten sind jetzt von den Pflanzen, ein paar Paprika und Chilis warten noch auf die Ernte.

Letztes Sommergemüse geerntet

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

Schluss! Aus! Ende! Vorbei! Die Saison im Wintergarten ist Vergangenheit. Ja … ich hätte sie noch verlängern können, hätte ich mir Mühe gemacht. Doch wenn es richtig kalt wird, habe ich auch keine Lust mehr aufzuräumen. Und die Herbst-Auberginen sind oft hartschalig, weil sie zu lange brauchen. Außerdem hatten sich die Läuse dort breit gemacht, und ich habe sie machen lassen.

Gestern nun sind die Pflanzen rausgeflogen, nicht ohne vorher einen großen Berg großer und kleiner Früchte zu ernten, wie das Bild schön zeigt. Die letzten Gurken dürfen nun auch nicht mehr weiterwachsen, und auch die meisten Tomaten sind bereits auf dem Komposthaufen. Was noch steht sind die Paprika und die Chilis. Die Chilis zu ernten hatte ich noch keine Zeit, und an den Paprika hängen noch zu viele grüne Früchte. Denen gebe ich noch ein paar Tage.

Erntehelfer Herbststurm

Nach einem kräftigen Sturm sind – erstaunlicherweise – doch noch so viele reife Walnüsse vom Baum gepurzelt, dass ich meinen Vorsatz widerrufen habe, die gesamte Jahresernte komplett dem Eichhörnchen zu überlassen. Nun teilen wir redlich. Viel ist es aber immer noch nicht. Die meisten Kastanien sind vom Baum und bereits in Kisten verpackt. Die Schalen alleine füllten jetzt schon gut zwei 70-Liter-Substrattüten. Und in den Ecken war ich noch nicht, den Teich habe ich auch noch nicht ausreichend abgefischt.

Regeninnen im Herbststress

Kastanien samt Schalen trümmerten so reichlich aufs Wintergartendach, dass die Dachrinne dadurch verstopft war. Höchste Zeit, den Abfluss wieder frei zu legen. Auch die Regenrinne am Haus brauchte Pflege, denn die Walnuss wirft schon reichlich Blätter ab, und bei Hauptwindrichtung West landen die Zielsicher in der Regenrinne. Außerdem musste das Dach von außen wieder gereinigt werden.

Der Herbst ist und bleibt eine arbeitsreiche Zeit. Eigentlich wollte ich in der zurückliegenden Woche viel mehr geschafft haben, worüber ich jetzt hier plaudern wollte, doch ich habe einfach die Runde nicht bekommen. Und so tue ich diesmal endlich, wovon ich schon so oft geschrieben habe, ohne es zu realisieren: Ich fasse mich kurz.

Eine schöne Herbstwoche wünscht Ihnen

Ihre Gitta Stahl

Wassersalat-Ernte, handverlesene Äpfel und hübsche “bis in den Herbst-Blüher”

 Klivie sprengte fast den Topf

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

© Themenbild: Clivia

© Themenbild: Höchste Zeit für die Klivie. Diese wurzelgewaltige Zimmerpflanze ließ sich nur noch aus dem Topf schneiden, so unter Druck waren die Wurzeln bereits geraten.

die nächste Zimmerpflanze wechselte jetzt die Bleibe. Und das war dringend nötig. Die Klivie, eine der Pflanzen, die ich nicht gekauft habe, aber geschenkt auch nicht wegschmeißen kann, sprengte fast ihren Topf. Wie auf dem Bild zu sehen, ist von Erd- oder Substratballen keine Rede mehr. In der Tat konnte ich sie auch nicht aus dem Gefäß ziehen, sondern musste den Topf tatsächlich aufschneiden.

Der Topf, in dem sie jetzt steht, passt nur mehr mit Ach und Krach auf die Fensterbank im Schlafzimmer. Eigentlich ist das schon ein Freiland-Kübel. Mal sehen, wo die Pflanze den Winter überdauern wird. Denn drinnen stehen muss sie zwingend.

Das lehrte mich eine andere Klivie. Die war ich leid, zu groß, zu breit. Und so verbrachte sie die Sommerfrische 2010 unter der Kastanie. Da immerhin stand sie super, schattig, doch hell. Und dankte es mir mit einem enormen Blütenflor, der üppig orange leuchtete unter dem Blätterdach des großen Baumes.

Doch leider, leider … kam der erste Frost, bevor sie wieder drinnen stand. Das hat sie mir gewaltig krumm genommen. Die Hälfte der Blätter war zur Hälfte weich. Mein schlechtes Gewissen ließ mich sie wieder aufpäppeln. Ich habe die Blätter beschnitten, die Pflanze gedüngt, und mir das traurige Bild lange angesehen. In 2011 schob sie neue Blätter, in 2012 fing sie an, die gekappten abzubauen. Mittlerweile habe ich alle befrorenen Blätter herausziehen können, und nun steht sie da wie vormals. Nur üppig geblüht hat sie seitdem noch nicht wieder. Und auch sie müsste jetzt dringend umgetopft werden. Doch dafür muss echt schon wieder ein XXL-Kübel her, denn sie hat den dreifachen Umfang von oben dem Wurzelballen.

Wassersalat – Ernte für den Kompost

© Themenbild: Muschelblume Pistia stratiotes

© Themenbild: In dieser Woche habe ich angefangen, den “Wassersalat” zu ernten, natürlich nur, um ihn zu kompostieren. Würde er abfrieren, würden alle Nährstoffe, die er freundlicherweise dem Wasser beim Wachsen entzogen hat, wieder freigesetzt.

 

© Themenbild: Pistia stratiotes mit Kater

© Themenbild: Der Wassersalalt heißt nicht unlogischerweise auch Muschelblume. Der Kater im Einsatz als Größenvergleichsmodell …

In dieser Woche habe ich die ersten Pflanzen Wassersalat (auch Muschelblume genannt (Pistia stratiotes) geerntet. Freundlicherweise war der Kater wieder einmal bereit, hier zum Größenvergleich Modell zu sitzen. „Salatköpfe“, größer als meine Hand, mit Schwimmwurzeln länger als der sitzende Kater. Die Pflanzen machen schon richtig Blattmasse – wie dem Erntebild oben zu entnehmen ist, obwohl der Teich immer noch grün daliegt.

Ganz sicher, ob das die Tierwelt im Teich noch gut findet, bin ich nicht. Die Wurzeln müssen ja auch alle umschwommen werden. Aber auch ich bin eine Lernende, und werde weiter mein Wissen in Sachen Gartenteich vertiefen.

Ananasrenetten – ein knackig-saurer Apfel

Nachdem ich in der letzten Woche hier von der Obstplantage erzählt habe, war ich am Feiertag zum “Apfeltag” auf dem Ökohof. Dort wird vorwiegend gemostet, von Äpfeln, die man selbst mitbringt und deren Saft man auch wieder mitnimmt. Dort fand ich auch die Ananasrenette in der Ausstellung alter Sorten. Die Früchte waren noch kleiner als meine, die ich hier in der Hand halte. Nachlesen konnte ich, dass die Früchte tatsächlich sehr klein ausfallen bei mangelhaftem Schnitt der Bäume.

© Themenbild: Nichts für Süße: Die Ananasrenette gehört zu den wirklich säuerlichen, sehr fruchtigen Äpfeln

© Themenbild: Eine handverlesene Ernte: Goldgelb und kleinfrüchtig präsentiert sich die Ananasrenette. Und wie am obersten Apfel zu sehen ist, hat schon einmal jemand “vorgekostet”.

 

Tja, deshalb sind die wenigen Früchte, die meine Ananasrenette in diesem Jahr trägt, wohl größer. Der Baum verlor nämlich bei Sägearbeiten den Leittrieb. Unsanft gestutzt, hat er seine Kraft in die Seitentriebe und die wenigen Früchte gesteckt. Die sind wirklich ananas-sauer, doch sehr schmackhaft.

Interessant war auch der Reifetest. Noch vor 1,5 Wochen konnte ich an diesen Äpfeln ziehen und zerren, sie waren nicht zu überreden, vom Baum zu lassen. Wenn doch einer abging, dann ohne Stiel, was seine Lagerfähigkeit deutlich reduziert hätte. Gestern aber gingen auf einmal problemlos alle restlichen Äpfel ab – mit Stiel wohlgemerkt.

Ansonsten …

… wächst der Ruccola noch gut, der Salat ist abgeerntet, die Hälfte der Tomaten und Gurkenpflanzen ist Richtung Kompost entsorgt, vor dem Rasenmähen ist Kastanien sammeln und Schalen rechen Pflicht, die Himbeeren vertrocknen an den Zweigen, die Forsythien als Wasserstandsanzeiger im Garten vermelden bittere Trockenheit und die Pilzkrankheiten greifen um sich. Das zumindest verstehe ich nicht wirklich.

Von wenigen guten und vielen schlechten Pilzen

Feucht-warm ist es hier ganz sicher nicht. Hutpilze aller Art wachsen kaum, auch die Boviste lassen sich nicht blicken. Nur die Schadpilze greifen um sich. Der Neuaustrieb der Stockrosen hat Rost wie noch in keinem Jahr, die Zucchini und der weiße Phlox sind schwerstem Mehltau anheimgefallen. Die Rosen hingegen haben kaum Pilz. Die Rose ‘Gartenfreund’ blüht gerade ein zweites Mal, nachdem ich mich doch erbarmt habe, wenigstens sie zu gießen.

Lilientrauben dekorieren bis in den Herbst

© Themenbild: Lilientraube (Liriope muscari)

© Themenbild: Die Ähnlichkeit der Blüte mit den Traubenhyazinthen des Frühjahres gaben dieser wintergrünen Pflanze aus China den Namen: Lilientraube (Liriope muscari)

Mit einer Herbstschönheit will ich Sie hier noch schnell bekanntmachen, die doch eher selten zu sehen ist und die ich beim Blick über den Gartenzaun erspäht habe. Was mich ein wenig erstaunt, zugegebenermaßen. Denn die Lilientraube (Liriope muscari) bevorzugt laut Staudengärtnerei nährstoffreichen, kalkarmen, locker-humosen Boden.

Nährstoffreich sind die Böden hier ja, aber weder kalkarm noch locker-humos – nicht von Natur aus zumindest. Auf jeden Fall blüht die aus China stammende Lilientraube seit August bis jetzt! Vom Blatt her ähnlich dem Schlangenbart (Ophiopogon), von der Blüte ein wenig wie die Traubenhyazinthe, bleibt die Pflanze auch im Winter grün.

So, nun muss ich los, im Garten für ein wenig Ordnung sorgen. Solange ich das leise tue und die Nachbarn nicht störe, ist es meine perfekte Entspannung und damit eines Sonntags würdig.

Ihnen wünsche ich eine schöne Woche,

Ihre Gitta Stahl

Topaz – mein Favorit auf der Obstplantage

© Themenbild: Schorfresistente Sorte: Topaz

© Themenbild: Auf Schröders Obstplantage sind die Topaz-Bäume mitlerweile im vollen Ertrag.

 

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

Topaz, der neue Star am Apfelhimmel, begeistert seit wenigen Jahren die Erwerbsapfelanbauer und die Gaumen der Apfelfreunde. Meinen auch – zugegebenermaßen. Bereits 1985 in Tschechien gezüchtet, wird er großflächig erst seit einigen Jahren angebaut. Beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz bekommen Sie eine vertrauenswürdige Beschreibung der Sorte.

© Themenbild: Topaz-Ernte

© Themenbild: Hier werden Topaz-Äpfel von professionellen Pflückern geerntet.

Die Sorte ist auch im Bio-Anbau beliebt, weil sie als gut schorfresistent gilt, sie daher den Einsatz der dort gängigen Kupferpräparate gegen Pilzinfektionen deutlich reduzieren kann. Auch die konventionell wirtschaftenden Erwerbsobstanbauer freuen sich über weniger anfällige Sorten. Die Anfälligkeit gegen Pilzinfektionen ist ganz klar das wesentliche Kriterium, warum viele Sorten aus dem Supermarkt im Hausgarten nicht funktionieren.

Die Landwirte werden über ausgefeilte Frühwarnsysteme vor Infektionswetterlagen gewarnt und können gezielt spritzen. Auch die Biobauern spritzen dann, meist nicht mal weniger häufig, nur eben andere Präparate. Hobbygärtner aber bekommen das wirkungsvolle Zeitfenster fast nie mit. Und ist das verstrichen, wäre die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln nicht nur eine unnütze Belastung der Umwelt, sondern zudem herausgeschmissenes Geld.

Früher war auch die Baumhöhe ein begrenzender Faktor, denn kaum ein Hausgärtner war technisch in der Lage, deutlich übermannshohe Bäume mit Pflanzenschutzmitteln zu behandeln. Die jetzt modernen Halbstämme oder gar Säulenbäume sind prinzipiell aber behandelbar.

© Themenbild: Erntereife Äpfel auf Schröders Obstplantage

© Themenbild: Topaz – sieht nicht nur lecker aus, ist auch lecker.

 

Ich persönlich mag den Topaz, weil er knackig ist, fast ein bisschen herb, säuerlich und aromatisch-fruchtig. Eine Bezugsquelle für Bio-Topaz habe ich aktuell nicht in meinem Umkreis, daher war ich jetzt auf der konventionellen Obstplantage von Schröders Baumschule – nicht zuletzt, weil meine eigenen Apfelbäume in diesem Jahr fast nichts tragen.

Ein Riesenrummel. Die Angebote zum Selbstpflücken sind hier in Norddeutschland so üppig nicht, und so kommen die Menschen laut Nummernschildern wirklich aus allen umliegenden Landkreisen angereist, um sich mit pflückfrischen Äpfeln, Birnen und Zwetschen einzudecken.

© Themenbild: Apfelernte

© Themenbild: Golden Delicous im Erwerbsgartenbau: So ein Fruchtbehang wird nur reif, wenn die Bäume optimal gepflegt und versorgt werden.

Dieses Selbstpflücken macht auch richtig Spaß. Dafür muss man nicht auf Leitern krabbeln und meist nicht mal einen Apfelpflücker einsetzen. Auch die Obstbauern machen es sich leicht. Die Veredelung auf kleinwüchsige Unterlagen lässt die Bäume früher fruchten und nur so hoch werden, dass fast alle Arbeiten vom Boden aus erledigt werden können. Leider geht dieser Komfort mit Geschmacksverlust einher. Fast alle ursprünglich „guten“ Sorten verlieren einiges an Qualität, wenn sie für die Massenproduktion auf händelbare Unterlagen veredelt werden.

Dennoch: Man bekommt immerhin einige Sorten, die es im konventionellen Handel nicht gibt, pflückfrische Ware und – wenn man sich denn aufraffen kann, mehrmals zum Pflücken zu fahren – auch frühe und späte Sorten in unterschiedlichen Lagerqualitäten. Denn ein essreifer Apfel ist oft zu reif, um ihn noch länger liegen zu lassen, umgekehrt gibt es auch Sorten, die im besten Pflückalter noch ungenießbar sind, aber nach wenigen Wochen Nachreife perfekt.

Bezahlt wird auf der Selbstpflückplantage nach Gewicht, eine supereinfache Methode. Am Eingang wird das Auto mit Insassen und allem Gepäck (Eimern, Kisten, Kästen und Kartons) gewogen, am Ausgang auch, die Differenz an Kilos wird bezahlt, egal, ob Zwetsche, Birne oder Apfel und von welcher Sorte gepflückt wurde. Und allem Anschein nach bringt auch keiner Backsteine mit, um die irgendwo in der Anlage zu deponieren und so das Pflückgewicht zu verfälschen. Selbst das Pfund, das ich beim Pflücken esse, bezahle ich, weil ich ja im Auto sitze, und die Äpfel in mir

20 Kilogramm habe ich laut Gewichtsdifferenz gepflückt (inkl. gegessenen), bezahlt habe ich 18 Euro, denn ab 20 Kilo gibt es 10 % Rabatt. Mit meiner Wahl – vorwiegend Topaz – habe ich sicher einen guten Schnitt gemacht. Zum einen liegt der Kilopreis, wenn ich im Internet recherchiere, recht hoch, zum anderen gibt es noch kein sehr großes Angebot an diesem Apfel – auch dort nicht.

© Themenbild: Hornisse an Birne

© Themenbild: Die Birnenernte war bereits vorbei. Insofern störte sich kein Pflücker mehr an dieser Konkurrenz. Hornisse und Fliege (im Hintergrund) nutzten gutes Wetter und reife Frucht, um sich den Bauch vollzuschlagen.

 

Eine andere Lieblingssorte ist auf der Plantage leider nicht zu bekommen. Freiherr von Berlepsch, oft kurz nur Berlepsch genannt, finde ich auch toll. Wenn ich irgendwann in den Genuss komme, Platz für eigene Apfelbäume zu haben, werde ich diese beiden Sorten aufpflanzen.

Zur Ergänzung: Die Obstplantage wird nicht nur für die Selbstpflücker betrieben, sondern dort wird auch für die Vermarktung gepflückt. Große Mengen Obst landen im hofeigenen Saft, und der Hofladen verkauft den ganzen Winter über die eigenen Äpfel, die – wie üblich im Erwerbsobstanbau – in Kühlhäusern bei perfekten Klimabedingungen gelagert werden. Mehr zu dem Thema können Sie in diesem – zugegebenermaßen schon etwas betagten, aber wahrscheinlich noch aktuellen – Artikel auf Gartenfreunde.de nachlesen.

So, nun muss ich mir nach so viel theoretischem Apfel auch einmal einen echten einverleiben.

Eine schöne Herbstwoche wünscht Ihnen

Gitta Stahl

 

Von scharfen Schoten, fliegenden Mäusen und einem Vogelfutter-Versuch

© Themenbild: Chilipflanzen

© Themenbild: Chilis kommen zwar nur mühsam in Gang, funktionieren dann aber auch in unserem Klima gut.

 

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

© Themenbild: Chilis - frisch geerntet

© Themenbild: Die erste Hand voll Ernte – superschön

sie haben wieder lange auf sich warten lassen, doch nun sind die ersten Chilis reif. Die drei Pflanzen, eine pro Quartier im „TRIO COTTAGE“-Pflanztrog von Lechuza, waren bestens versorgt und sind quietschgesund geblieben. Vielleicht könnten sie mehr Früchte tragen, aber reichen wird es allemal. Ich werde neue Paste (Öl-Salz-Gemisch) herstellen, habe auch schon ein paar Schoten verschenkt. Immerhin sind sie hochdekorativ, und wenn man den Beschenkten warnt …

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Bunt und nektarreich in den Herbst

© Themenbild: Echinops im Samenstand

© Themenbild: Die Kugeldisteln verbreiten sich geradezu invasiv, wenn der Standort stimmt und man vergisst, die Samen abzuschneiden.

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

nachdem es in der letzten Woche wieder einmal nur informativ zuging, soll diesmal wieder der eigene Garten im Mittelpunkt stehen.

Im Vorgarten wird es jetzt Zeit, die verblühten Kugeldisteln (Echinops) abzuschneiden. Tue ich es nicht, wachsen sie nächstes Jahr überall. Sie haben eindeutig invasive Tendenzen zur Ausbreitung. Weiterlesen

Heide – nur wenige taugen für Rosengärten

© Themenbild: Calluna vulgaris in Sorte

© Themenbild: Von Hochsommer bis tief in den Herbst können Heidepflanzen das Auge erfreuen, wie hier im Park der Gärten in Bad Zwischenahn fotografiert.

 

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

es ist gefühlt Spätsommer, meteorologisch Herbst, und die Gartencenter und Pflanzenschauen präsentieren wieder eine große Auswahl an Heidepflanzen. Verständlich, denn zum einen haben (hatten) diese verholzenden, stark verzweigten, immergrünen Zwergsträucher gerade in der Natur Hauptsaison, zum anderen sind sie neben den Topfchrysanthemen die Hingucker auch noch im September. Weiterlesen